WP CLI: Backup & Import in einem Befehl

Wer an seiner Website herumbasteln möchte, sollte das am besten in einer lokalen Entwicklungsumgebung machen und nicht auf dem Live-Server. Das gilt auch für WordPress!

Am besten funktioniert das, indem man eine Kopie der echten Website erstellt. Entscheidend ist hier vor allem die Datenbank. Legt man davon lokal eine Kopie an, hat man direkt den passenden Content an dem man z.B. das neue Theme ausprobieren kann.

Datenbank

Dafür kann man ganz bequem die WP CLI nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass ihr SSH-Zugriff auf euren Live-Server habt und die WP CLI in beiden Umgebungen installiert habt.

Anschließend könnt ihr aus dem Verzeichnis eurer lokalen Entwicklungsumgebung einfach ein Backup eurer Live-Datenbank erstellen und lokal importieren:

wp db export - --ssh=wordpress_user@11.22.13.14:22/path/zu/eurer/wordpress/installation | wp db import -

In dem Befehl müsst ihr euren SSH-Benutzernamen wordpress_user , IP-Adresse 11.22.13.14, ggf. Port 22 eures Server und den Pfad zur WordPress-Installation /path/zu/eurer/wordpress/ ersetzten.

So funktioniert der Befehl:

  1. wp db export - Auf eurem Server wird wp db export ausgeführt. Statt einem Dateinamen geben wir ein - an, was dazu führt, dass der Export nicht in eine Datei geschrieben wird, sondern als STDOUT (Standard Output) ausgegeben wird.
  2. | Verbindet die beiden Befehle
  3. wp db import - Anschließend wird die Ausgabe in die WordPress-Installation in eurem aktuellen Verzeichnis mit wp db import importiert. Dabei wird durch - der STDIN (Standard Input) verwendet.

Gefunden habe ich diesen Befehl übrigens bei Reddit. Eine Erklärung von Stdout & Stin findet ihr auf ComputerHope.

Optional: URL anpassen

Anschließen kann man noch lokal die eigene Domain in der Datenbank anpassen:

wp search-replace https://go-around.de https://go-around.test

Hat man lokal in der wp-config.php aber WP_HOME auf die lokale URL gesetzt, ist dieser Schritt nur optional. Es funktioniert auch, ohne mit search-replace durch die Datenbank zu gehen. Das kann bei sehr großen Datenbanken recht lange dauern. Deswegen verzichte ich persönlich darauf.

Uploads

Wichtig finde ich, dass Uploads, z.B. Bilder, korrekt angezeigt werden. Diese werden in der Datenbank nur mit dem relativen Pfad gespeichert. Jetzt könnte man mit rsync alle Bilder lokal herunterladen. Bei Travel-Dealz wären das aber mehrere GB und ich möchte damit nicht meine SSD vollmüllen.

Deutlich besser finde ich da die Lösung von Bernhard Kau. Anfragen für lokal fehlende Dateien leitet der Webserver NGINX oder Apache einfach an den Live-Server weiter.

Funktioniert bei mir perfekt und sorgt dafür, dass ich eine lokale Entwicklungsumgebung habe mit echten Content, in der ich mich austoben darf, ohne meine Live-Seite zu zerschießen.

Multisite

Damit Multisites lokal funktionieren, müssen auf jeden Fall die Datenbank angefasst werden. Konkret muss dafür in der Tabelle wp_blogs und wp_site die Spalte domain an die lokal verwendeten Domains angepasst werden. (Danke an Bernhard für den Tipp). Auch das geht wunderbar mit search-replace:

wp search-replace travel-dealz.de travel-dealz-de.test wp_site wp_blogs

6 Kommentare zu “WP CLI: Backup & Import in einem Befehl

  1. Hallo Johannes,

    da hattest du ja eine sehr ähnliche Idee für deinen Beitrag heute, wie ich gestern 😉

    Zu dem Problem mit der Multisite. Ich habe das schon häufiger erfolgreich auf einem lokalen Entwicklungssystem (oder Staging) umgesetzt. Vermutlich musst du bei dir noch in den Tabellen wp_blogs sowie wp_site die URLs anpassen. Eventuell zusätzlich noch in der wp-config.php die Konstante DOMAIN_CURRENT_SITE, damit es funktioniert.

    1. Hallo Bernhard,

      ich hatte die Idee für den Beitrag bereits seit du mir den Tipp mit der Auslieferung von fehlenden Bildern vom Live-Server gegeben hast. Als ich deinen heute Beitrag gesehen habe dachte, ich mir ich muss den mal dringend fertig schreiben.

      Ich werde es noch einmal versuchen. Vermutlich muss ich mit search-replace etwas vorsichtiger umgehen.

      1. Ich fand deinen Ansatz sehr gut. Ich gehe meistens noch den umständlicheren Weg, einen Datenbank-Dump zu erstellen, diesen zu übertragen und dann wieder einzuspielen. Ihn direkt per SSH zu senden ist natürlich viel eleganter und erlaubt auch einen „Pull“ auf ein lokales Entwicklungssystem. Ich werde es mal ausprobieren.

  2. Hallo Johannes,

    danke für den Artikel! Cool, dass das mit einem Befehl/zwei verbundenen möglich ist. Muss ich mir für die nächste Gelegenheit merken.

    Viele Grüße
    Florian

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