Laravel Tools für WordPress: Lokale Entwicklungsumgebung mit Valet

Laravel ist ein PHP-Framework um komplexe Anwendungen zu erstellen und WordPress ein Content Management System um Inhalte zu verwalten und anzuzeigen. Zwar kann man in Laravel auch einen Blog wie bei WordPress umsetzen aber i.d.R. nutzt man Laravel eher für komplexere Anwendungen.

Um Laravel ist aber ein ganzes Ökosystem an nützlichen Tool entstanden, die man auch mit WordPress sehr gut nutzen kann. Meistens handelt es sich dabei um Tools für die Entwicklung z.B. von Plugin & Themes aber auch in anderen Bereichen lassen sie sich nutzen.

In dieser Serie möchte ich euch einige der Tools vorstellen. Den Anfang macht Laravel Valet:

Was ist Valet?

Valet ist eine Entwicklungsumgebung für MacOS, die sehr schlank gehalten ist und sich über die Kommandozeile bedienen lässt. Von der Nutzung in der Kommandozeile sollte man sich nicht abschrecken lassen, ich bevorzuge auch eher ein GUI, aber nach der Installation müsst ihr euch eigentlich nur noch ein Befehl merken.

Valet läuft bei euch permanent im Hintergrund. Der große Vorteil gegenüber anderen Entwicklungsumgebung ist meiner Meinung nach die Leichtigkeit, die es gerade erlaubt dauerhaft im Hintergrund zu laufen. Zwar nutzen PHP, MySQL, NGINX Systemressourcen aber wirklich nur minimal (außer ihr ladet GB an Daten in die Datenbank). Außerdem müsst ihr Valet so nie starten, sondern wenn ihr eine konfigurierte Domain mit der Endung .test aufruft, ist die Website direkt da.

Installation

Benötigte Zeit: 5 Minuten.

Die Installation von Laravel Valet ist sicherlich nicht die Einfachste aber hat man es einmal geschafft, ist es wirklich simpel. Versprochen!

  1. MySQL & PHP installieren

    Zuerst müsst ihr PHP und MySQL auf eurem Mac installieren. Das geht am einfachsten mit Homebrew. Gebt die folgenden Befehle der Reihe nach ein;
    PHP installieren: brew install php
    MySQL Datenbank: brew install mysql
    MySQL starten: brew services start mysql@5.7

  2. Composer installieren

    Um Valet zu installieren, benötigt ihr außerdem noch den Abhängigkeitsmanager Composer.

  3. Laravel Valet über Composer laden

    Anschließend könnt ihr endlich Valet selber installieren mit composer global require laravel/valet.

  4. PATH-Variable ergänzen

    Wenn ihr das erste Mal Composer nutzt, müsst ihr noch den .composer/vendor/bin Ordner zu der PATH-Variable hinzufügen. Wie das genau funktioniert, wird bei Stackoverflow gut beschrieben.

  5. Valet installieren

    Jetzt solltet ihr in Terminal den Befehl valet install ausführen können und Valet installiert und konfiguriert für euch noch NGINX als Webserver. Wenn nicht, ist in Schritt 4 etwas schiefgelaufen.

Nutzung

Nach der doch etwas aufwendigen Installation ist die weitere Nutzung total simpel. Ladet euch WordPress herunter, entpackt es in einen Ordner eurer Wahl und führt in diesem Ordner den Befehl valet link meine-domain aus. Anschließend könnt ihr die Website im Browser unter der Domain http://meine-domain.test aufrufen.

Was dann noch fehlt, ist die Datenbank. Diese könnt ihr über die Kommandozeile steuern oder ihr ladet euch eine GUI herunter z.B. Sequel Pro. Der Benutzername lautet root. Ein Passwort ist lokal nicht gesetzt d.h. ihr könnt einfach das Feld leer lassen. Für eine lokale Entwicklungsumgebung sollte das kein Problem sein.

Erstellt in der Datenbank eine neue Tabelle z.B. wordpress und passt die Zugangsdaten in der wp-config.php an:

// ** MySQL settings - You can get this info from your web host ** //
/** The name of the database for WordPress */
define( 'DB_NAME', 'wordpress' );

/** MySQL database username */
define( 'DB_USER', 'root' );

/** MySQL database password */
define( 'DB_PASSWORD', '' );

Anschließend könnt ihr die berühmte 5-Minuten Installation abschließend und könnt lokal mit WordPress anstellen was ihr wollt.

Valet erkennt übrigens automatisch WordPress und funktioniert neben Laravel auch mit weiteren CMS und PHP Frameworks wie Drupal, Craft, Joomla… Es ist sogar möglich seinen eigenen Treiber zu schreiben.

Bonus

Eigentlich benötigt ihr nur den Befehl valet link aber es gibt doch noch einige interessante Funktionen von Valet die einen anderen Befehl verlangen:

  • valet park und alle Unterverzeichnisse im aktuellen Verzeichnis z.B. ~/Sites sind über den Verzeichnisnamen für die .test-Domain zugänglich z.B. ~/Sites/wordpress-1 ~/Sites/wordpress-2wordpress-1.test und wordpress-2.test
  • valet secure meine-domain und eure Domain ist über https erreichbar.
  • valet share in dem WordPress-Ordner und ihr könnt die Seite über Ngrok öffentlich im Internet teilen
  • valet forget vergisst das aktuelle Verzeichnis wieder
  • valet paths zeigt alle geparketen Verzeichnisse an

NGINX Konfiguration anpassen

Wenn ihr eure lokale Seite mithilfe von valet share mit einem SSL-Zertifikat ausgestattet habt, könnt ihr unter ~/.config/valet/Nginx/ die NGINX-Konfiguration finden und anpassen.

Dort könnt ihr z.B. fehlende Bilder von eurer echten Seite laden, wenn ihr diese lokal gecloned habt.

PHP updaten oder Version wechseln

Eine neue PHP Version müsst ihr über Homebrew updaten: brew upgrade php und anschließend Valet darüber informieren mit valet use php

Außerdem könnt ihr mit Homebrew ältere PHP-Versionen brew install php@7.3 installieren. Anschließend könnt ihr Valet befehlen diese Version zu verwenden: valet use php@7.3

Zurück auf die aktuellste installierte Version geht es mit valet use php

Eigene Plugins/Themes als symbolischer Link einbetten

Meistens möchte man lokal ja ein eigenes Plugin oder Theme entwickeln. Das will man aber meistens nicht direkt unter wp-content erledigen. Ihr könnt aber mit einem symbolischen Link Abhilfe schaffen:

Für Plugins:

cd ~/pfad/zu/wordpress/wp-content/plugins
ln -s ~/pfad/zu-eurem-plugin/mein-plugin mein-plugin

Für Themes:

cd ~/pfad/zu/wordpress/wp-content/themes
ln -s ~/pfad/zu-eurem-theme/mein-theme mein-theme

Fazit

Ich bin echt ein großer Fan von Laravel Valet und finde es deutlich praktischer als eine Entwicklungsumgebung auf Docker- oder Virtualbox-Basis. Kein Starten, kein Abschalten um Arbeitsspeicher zu sparen und eine einfache Bedingung sind große Vorteile. Die Installation ist sicherlich etwas aufwendig aber kein Hexenwerk.

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